Schauraumarchiv ab 2012
Erzählen zwischen den Generationen
15.Oktober – 21.Dezember 2012, Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 WienMo, Fr 11- 14 Uhr, Di, Mi 9 - 17 Uhr, Do 9-19 Uhr
Anlässlich des Europäischen Jahres für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen und dem Grimmjahr 2012 geht es am „Treffpunkt Operngasse“ im Herbst um das Erzählen. Der Schwerpunkt liegt in der mündlichen Überlieferung von Geschichten aus dem Alltag, Legenden, Mythen, Märchen, Sagen… . Ihre Inhalte vermischen Dichtung und Wahrheit. Sie spiegeln den steten Wunsch des Menschen wider, die rationale Welt mit geheimnisvollen, transzendenten Ereignissen und Figuren zu vereinen.
Hauptaugenmerk liegt dabei beim Erzählen mittels Liedern, aber es geht auch um Musik in Erzählungen. Welche immer wieder kehrenden Figuren und Handlungen gibt es, hier und in anderen Kulturen? In welcher Form trägt Musik wesentlich zur Handlung bei? Mit Jahresende wird das Thema mit Geschichten rund um Weihnachten bereichert.
Das Archiv des Österreichischen Volksliedwerks besitzt eine große Sammlung an volkspoetischen Ausdrucksformen. Um diesen Schatz noch zu erweitern, freuen wir uns, wenn Sie Ihre Erzählung oder Material zu oben genannter Thematik im Archiv abgeben. Hier beantworten wir Ihnen auch alle musikalischen Detailfragen rund um Weihnachten.
Ziel dieser Aktionen ist, mit Erzählungen die Weitergabe von Wissen und Praktiken speziell in Bezug auf die magisch-mythische Welt und rationalen Geisteshaltungen zwischen den Generationen, aber auch Kulturen zu fördern.
Im Schauraum werden verschiedene Publikationen und Informationen angeboten, die das Thema Erzählen von den unterschiedlichsten Gesichtspunkten beleuchten. Ab Ende November beginnt der Weihnachtsverkauf, der sich heuer schwerpunktmäßig mit der Weihnachtsgeschichte und anderen weihnachtlichen Erzählungen rund um die Thomasnacht, Frau Percht oder mit der Legende des Heiligen Nikolaus beschäftigen.
In Kooperation mit Marionettentheater Schönbrunn
Programm
"Es war einmal..."Das Märchen von den Märchen
Volksmusik im Gespräch mit Konrad Köstlin
Freitag, 7. Dezember 2012, 18.30 Uhr, Operngasse 6, 1010 Wien
Die Märchensammlung der Brüder Grimm zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Märchen seien „gerad und schlicht erzählt", so weiß man, und aus dem Munde der ältesten Leute abgelauscht. Dabei sammelten die Brüder am Schreibtisch. Sie ließen nur manchmal Leute kommen und schrieben in Bibliotheken (auch in Wien) italienische und französische Bücher ab. Sie haben ihr deutsches Vaterland also nicht jahrelang Dörflein für Dörflein durchstreift. Um das Vaterland aber, das Reich, das es nicht mehr gab, ging es. Mit „Es war einmal.....“ beginnen die 210 Texte, die erstmals 1812 in Berlin erschienen waren. Es wurde zum Signal des Märchentons. In ihm verwandelte Wilhelm Grimm die Erzählungen Erwachsener in „unschuldige“ Kinder- und Hausmärchen. Der deutsche Märchenton wurde Markenzeichen einer neuen Gattung, aus der Grausames, Fremdwörter ebenso wie Katholisches verbannt wurden. Unabhängig davon sind die schönen Texte der Märchen bis heute in vielfältigem Gebrauch.
Dazu erzählt die Märchenerzählerin Maria Dürhammer begleitet von der Harfenistin Martina Rifesser.
Im Anschluss laden wir zu einem wärmenden Umtrunk
Wie es damals war
22. November 2012, 16-17.30 Uhr
Österreichisches Volksliedwerk, Operngasse 6, 1010 Wien
Für Großeltern, Eltern und Kinder (5-9 Jahre)
Eintritt: frei
Großeltern und Eltern erzählen, wie es damals war, zu der Zeit als sie ein Kind waren. Was wurde gegessen, wie hat man sich fortbewegt, was war verboten, was erlaubt, was geschah rund um Weihnachten, welche Lieder wurden gesungen? Diese Erzählungen kombiniert mit Lebensgeschichten von Musikanten aus dem Österreichischen Volksliedarchiv stehen mit gemeinsamem Singen im Mittelpunkt des Familienworkshops.
Gstanzlschwerpunkt
Vo herent und drent- Volksmusik im Gespräch
Mittwoch, 26. September 2012, 18 UhrAnlässlich der OÖ. Landesausstellung im Innviertel und angrenzenden Bayern geht es an diesem Abend am Treffpunkt Operngasse 6 um den Nachbarn. Den bayerischen, aber auch den eigenen Nachbarn. Was sind seine Eigenheiten, seine Vorzüge und Nachteile? Um das in aller Kürze zu pointieren, eignet sich besonders das in Österreich und Bayern weit verbreitete Gstanzl.
An diesem Abend werden Gstanzln von und über Nachbarn, aus dem Innviertel, Bayern gesungen und gedichtet. Dazu gibt es Interessantes und Wissenswertes zu dieser beliebten Versform sowie Informationen zur OÖ. Landesausstellung „Verbündet – Verfeindet – Verschwägert“ durch den Kurator Reinhold Kräter, musikalisch begleitet von Hans Peter Falkner.
Im Anschluss: „Innviertler Schmankerl und Trankerl“ sowie Bier aus der Privatbrauerei Vitztum aus Uttendorf bei Mattighofen.
Eintritt frei
In Kooperation mit dem Verein der OÖ. in Wien
A Gstanzl tua i singa
Donnerstag, 20. September 2012, 16 - 17 UhrWorkshop für Familien mit Kindern von 7 - 12 Jahren
An diesem Nachmittag werden Gstanzln gesungen und selbst gedichtet! Dabei sollen vor allem Freunde, Nachbarn, Schulkollegen und lustige Ereignisse genauer unter die Lupe genommen werden.
Eintritt: Kinder € 2,50, Erwachsene € 3
mit Aktionskarte Kinder € 2, Erwachsene € 2,50
In Kooperation mit WienXtra
Der Volkstyp
30. März -30. Juni 2012Der Volkstyp ist stets Ausdruck sozialer, regionaler und gesellschaftlicher Gegebenheiten. Er ist stilistisches Element in Kunst und kulturellen Ausdrucksformen. Seine Darstellungen entsprechen meist der Mode und dem Zeitgeist der jeweiligen Epoche.
Die Ausstellung „Der Volkstyp“ zeigt die naturalistischen, zumeist handmodellierten Keramikfiguren von Leopold Anzengruber aus der NÖ. Sammlung von Uta M. Matschiner (ceramicum). Sie repräsentieren das Kunsthandwerk und den Geschmack der 1930er bis 1950er-Jahre. Anhand einer Auswahl von Flugblättern, Trachtenmappen, Covern von Liederbüchern, Fotos und Tondokumenten von Feldforschungen aus den Volksliedarchiven wird die Ausstellung mit unterschiedlichen Illustrationen und Interpretationen von Volkstypen ergänzt. Die Materialien reichen von frühen Sammelleistungen aus dem 19. Jahrhunderts bis hin zu Abbildungen vom Volkstyp von heute. Ein Augenmerk wird dabei auch auf den jeweiligen Sammler, seine Intentionen eingebettet in den historischen Kontext gezeigt.
Die ausgestellten Materialen bieten einerseits eine kunstgeschichtlich-ästhetische Betrachtung des Volkstypen an, andererseits wird eine sozial- bzw. kulturgeschichtliche Auseinandersetzung mit der vorwiegend musikalischen Volkskultur angeregt.
Programm zur Ausstellung
Samstag, 31. März 2012, 11 UhrSammlerbrunch
Hier steht das Sammeln und Dokumentieren im Vordergrund
Donnerstag, 24. Mai 2012, 18 Uhr
Vortrag über die Anzengruber Keramik Wien
zum 100. Geburtstag von Leopold Anzengruber
von Uta M. Matschiner
Mittwoch, 20. Juni 2012, 18 Uhr
„Die Welt steht auf kan Fall mehr lang“
anlässlich des 150. Todestages von Johann Nepomuk Nestroy
werden Lieder und Couplets aus Nestroystücken vorgetragen
und gemeinsam mit Agnes Palmisano und Georg Wagner
gesungen
Katalog zur Ausstellung
Der Katalog behandelt den Volkstyp in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen anhand von Figurengruppen von Leopold Anzengruber: Lumpazivagabundus, der Wiener, der Nachtwächter, der Musikant, die Tracht, das Tanzpaar. Informationen zu Sammelvorgehen und Sammlern, die Biografie von Leopold Anzengruber sowie ein Werkverzeichnis mit handmodellierten Figuren schließen den Katalog ab. Abb. in Farbe, 56 S.€ 24.-
Volksmusikalische Grenzgänge
Ende Jänner - Ende März 2012Volksmusik bewegt sich stetig an der Grenze zu anderen Musikgenres. Auch in Zeiten eines globalen Musikmarktes werden Elemente aus verschiedenen Richtungen aufgenommen, regionaltypisch interpretiert, um letztlich als Volksmusik kodifiziert zu werden. Gerade die Instrumente Harmonika oder Akkordeon gelten hier als Synonym für dieses Phänomen.
Im Schauraum am Treffpunkt Operngasse 6 des Österreichischen Volksliedwerkes finden sich Bücher, Noten und CDs zu den diversen volksmusikalischen Grenzgängen. Dabei liegt der Schwerpunkt bei den Instrumenten Akkordeon und Harmonika. Es können Informationen zum Projekt des Wiener Volksliedwerks „Das Knöpferl“ ein typisches Wiener Instrument eingeholt und Spenden getätigt werden. Auch eine Akkordeonausstellung (ab 25.2.) mit Probespielmöglichkeit der Firmen PIGINI und EXCELSIOR steht zur Verfügung. Tickets für das 13. Akkordeonfestival in Wien runden das Angebot ab

